Autodesign - von der Skizze zur 3D-Animation
Als Student des Industriedesigns schien es mir fantastisch, Automobildesigner zu werden. Im letzten Jahr meines Studiums durfte ich im Rahmen meines Abschlussprojekts bei SpykerCars arbeiten.
In diesem Jahr gehe ich einen Schritt weiter. Ich entwerfe wieder ein Auto, aber diesmal das Exterieur, Chassis und die Federung eines Autos. Bei SpykerCars gibt es Techniker und Monteure, die ich etwas fragen kann. Aber diese Aufgabe führe ich innerhalb der Wände unseres Studios aus, wo keine Automobiltechniker anwesend sind. Ich bin dabei verantwortlich für die Voruntersuchung, das Design und die Ausführung in 3D.

Der Auftrag
Von Royal TenCate kam die Anfrage an C4Real, ein Auto zu entwerfen. Dieses Auto wird unter anderem in einem 3D-Animationsfilm verwendet, den wir für sie entwickeln. Mit Hilfe dieses Films möchte Royal TenCate ihr neues Carbon „TenCate Cetex“ in der Automobilbranche präsentieren. Sie möchten sich nicht an eine Marke binden, daher ist es meine Aufgabe, ein repräsentatives, sportliches Auto zu entwerfen, das ein nachhaltiges Gefühl vermittelt.

Schritt-für-Schritt-Design
Im Entwurfsprozess habe ich acht Schritte durchlaufen;
1 – Referenzmaterial – Da ich keine demontierten Autos bei der Arbeit habe, im Gegensatz zu meiner Situation bei Spyker, muss ich mich mit meiner Kamera und dem Internet begnügen. Das Fotografieren und das Sammeln unzähliger interessanter Designs, sowohl vom Exterieur als auch von Bauteilen „unter der Haube“, ist für mich eine gute Grundlage für den Rest des Entwurfsprozesses.
2 – Bleistift und Papier – Einfache Handskizzen funktionieren für mich immer noch ausgezeichnet. Zunächst zeichne ich nur ein Linienmuster. Ich skizziere Formen, die mich ansprechen, und mache so viele verschiedene Entwürfe wie möglich, um zu vermeiden, dass ich an einer Idee festhänge. In dieser Phase übertreibe ich gerne etwas in meinem Design, um dem Entwurf mehr Charakter zu verleihen, aber zu viel Übertreibung kann das Auto cartoonhaft wirken lassen. Gute Proportionen sind hier der Schlüssel.

3 – Glaubwürdigkeit – Das Auto wird in diesem Fall nicht wirklich in Produktion gehen, muss aber visuell korrekt sein. Technisch muss das Design also nicht exakt stimmen. Aber charakteristische Teile müssen glaubwürdig integriert sein. Denken Sie an die Platzierung von Lufteinlässen, Rädern oder Designelementen. Eine zu kurze Radbasis macht das Auto instabil, und bei falsch platzierten Designelementen muss das Modell aus Kunststoff gefertigt werden, da es sonst unmöglich ist, es zu produzieren.
4 – Stimmige Formen – Bevor die Skizzen weiter detailliert werden, skizziere ich mein gewähltes Design aus so vielen Blickwinkeln wie möglich. Das Auslassen dieser Phase kann später große Probleme verursachen. Eine Skizze schräg von vorne mit viel Perspektive mag cool aussehen, sagt aber nichts über den Verlauf der Form zum Heck aus. Wenn das Auto später in 3D umgesetzt wird, müssen alle Formen im 3D-Raum stimmen.

5 – Detaillierung – Jetzt, da das Design in groben Zügen steht, ist es an der Zeit, einige Details hinzuzufügen. Das Hinzufügen der richtigen Details macht das Design viel glaubwürdiger. Denken Sie an Griffe, Blinker und Bremsscheiben. Dies ist auch der Zeitpunkt, an dem ich auf digitales Skizzieren umsteige. Das Rendern von unter anderem Reflektionen und Details in den Scheinwerfern macht die Skizzen vollständig. Außerdem präsentiert dies natürlich auch ein Stück schöner gegenüber dem Kunden.
6 – Von 2D zu 3D – Mit den Skizzen aus verschiedenen Ansichten habe ich genügend Informationen, um in meinem 3D-Paket zu beginnen. Das Modellieren des Designs ist ein zeitaufwändiger Prozess. Darüber hinaus ist die Umwandlung von 2D zu 3D eine interessante, aber auch spannende Phase. Auf der einen Seite finde ich es faszinierend, mein 2D-Design in 3D zu sehen, aber auf der anderen Seite kann ein 2D-Design in 3D manchmal enttäuschen. In diesem Fall funktioniert die Form in 3D ausgezeichnet und das Design steht nach einer Woche Modellierung in 3D.

7 – Physik! – Jetzt, wo das Modell fertig ist, kann das Fahrverhalten des Autos simuliert werden. Es ist ein bisschen schwierig, die richtigen Werte zu finden. Aber wenn das Auto zum ersten Mal durch die Kurve rast, durch die Federung sinkt und versucht, Grip zu halten, kommt das Design erst richtig zum Leben.
8 – Schlafen – Um die Produktion der restlichen Teile im Animationsfilm mal außen vor zu lassen, steht nach mehr als 5 Wochen Arbeit der Film vollständig gerendert als Filmdatei auf meinem Desktop. Ich habe ein fantastisches Projekt mit einer sehr ehrgeizigen Frist durchgeführt. Es war all die Mühe wert, aber ich kann jetzt ein paar gute Nächte Schlaf gebrauchen.